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Ratgeber

Baufinanzierung ohne Eigenkapital – geht das in Hagen?

1. Juli 2026

„Kann ich in Hagen kaufen, obwohl ich kaum Eigenkapital habe?" – diese Frage hören wir oft. Die ehrliche Antwort: Ja, im Einzelfall ist das möglich. Aber es ist nicht für jeden sinnvoll, und es hat seinen Preis. In diesem Beitrag ordnen wir nüchtern ein, wann eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital funktioniert und worauf es dabei ankommt – ohne Schönrechnerei. Den Gesamtüberblick zum Thema finden Sie auf unserer Seite zur Baufinanzierung in Hagen.

Voll- und 100-Prozent-Finanzierung: der Unterschied

Zwei Begriffe werden hier häufig verwechselt:

  • 100-Prozent-Finanzierung: Die Bank finanziert den kompletten Kaufpreis. Die Kaufnebenkosten zahlen Sie aus eigener Tasche.
  • Vollfinanzierung (110 %): Die Bank finanziert Kaufpreis und Nebenkosten – Sie bringen also gar kein Eigenkapital ein.

Beides gibt es am Markt, aber je weniger Sie selbst einbringen, desto höher ist das Risiko für die Bank – und desto genauer schaut sie hin.

Für wen kommt das infrage?

Eine Finanzierung ohne oder mit sehr wenig Eigenkapital passt am ehesten zu Menschen mit sicherem, gutem Einkommen und stabiler beruflicher Situation – etwa Angestellte in unbefristeter Anstellung oder Beamte. Wer gut verdient, aber noch keine Ersparnisse aufbauen konnte (z. B. am Anfang der Karriere), kann so früher in die eigenen vier Wände. Für Haushalte mit schwankendem Einkommen oder wenig Puffer ist sie dagegen selten die richtige Wahl.

Was die Bank prüft

Ohne Eigenkapital-Polster verlässt sich die Bank stärker auf drei Faktoren:

  • Bonität: saubere Schufa, verlässliches Einkommen, keine übermäßigen laufenden Verpflichtungen.
  • Objektqualität: Lage, Zustand und Wiederverkäuflichkeit. Die Bank finanziert den Beleihungswert, nicht Ihren Wunschpreis – und der Beleihungsauslauf ist bei einer Vollfinanzierung besonders hoch.
  • Tragfähigkeit: Passt die Rate dauerhaft zu Ihrem Haushalt – auch mit Puffer?

Der Preis: höherer Zins

Mehr Risiko für die Bank bedeutet in der Regel einen höheren Zinssatz als bei einer Finanzierung mit Eigenkapital. Über 20 bis 30 Jahre kann das eine erhebliche Summe ausmachen. Deshalb gilt: Wenn Sie zumindest die Nebenkosten selbst tragen können, sollten Sie das tun – schon das verbessert Ihre Konditionen spürbar. Wie viel Eigenkapital wirklich sinnvoll ist, erklären wir im Beitrag Wie viel Haus kann ich mir leisten?.

Der Knackpunkt: Kaufnebenkosten

Die Nebenkosten sind der eigentliche Grund, warum „ganz ohne Eigenkapital" schwierig ist. In NRW summieren sich Grunderwerbsteuer (6,5 %), Notar und Grundbuch (~1,5–2 %) sowie ggf. Maklerprovision auf rund 8–12 % des Kaufpreises. Dieses Geld fließt nicht in den Wert der Immobilie – es ist für die Bank also „verlorenes" Kapital, das sie ungern mitfinanziert. Wer die Nebenkosten selbst deckt, hat es deutlich leichter.

Unser Rat

Eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital ist kein Tabu – aber sie will gerechnet sein. Als R&G Wirtschaftskanzlei vergleichen wir über unsere eigene Finanzierungsabteilung unabhängig die Angebote vieler Banken und finden heraus, welche Institute Ihr Vorhaben realistisch begleiten. Und weil Makler- und Finanzierungsteam bei uns zusammenarbeiten, bewerten wir das Objekt und die Finanzierung aus einer Hand.

Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Finanzierungsberatung. Ob eine Finanzierung ohne Eigenkapital in Ihrem Fall tragfähig ist, klären wir gern gemeinsam – ehrlich und auf Ihre Situation zugeschnitten.