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Ratgeber

Was kostet ein Hausverkauf? Alle Kosten für Verkäufer im Überblick

3. September 2026

Von Marc Günther, Geschäftsführer der R&G Wirtschaftskanzlei · , fachlich geprüft von Marc Günther

Kurz beantwortet: Ein Hausverkauf kostet den Verkäufer typischerweise zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro – die große Spannbreite entsteht durch drei Posten: die Maklerprovision, die Dauer der Vermarktung (laufende Nebenkosten!) und, bei laufender Finanzierung, die Vorfälligkeitsentschädigung. Die Pflichtkosten selbst sind überschaubar: Energieausweis (50–500 €), fehlende Unterlagen (meist unter 200 €) und die Löschung der Grundschuld (rund 0,2 % der Grundschuldsumme). Notar und Grundbuch für die Eigentumsumschreibung zahlt dagegen der Käufer; wer privat verkauft, rechnet zusätzlich Portal-Inserate und den eigenen Zeitaufwand ein. Die R&G Wirtschaftskanzlei in Hagen legt Verkäufern vor dem Start eine vollständige Kostenübersicht vor – damit am Ende vom Verkaufserlös keine Überraschung abgeht.

Die Kostenübersicht auf einen Blick

PostenGrößenordnungPflicht?
Energieausweis50–100 € (Verbrauch) / 300–500 € (Bedarf)ja
Fehlende Unterlagen (Grundbuchauszug, Flurkarte …)20–200 €ja, soweit fehlend
Löschung der Grundschuldca. 0,2 % der Grundschuldsummeüblich
Maklerprovision (Verkäuferanteil NRW)häufig 3,57 % des Kaufpreisesoptional
Portal-Inserate (beim Privatverkauf)ca. 100–500 €+ je nach Portal, Paket und Laufzeitbeim Verkauf ohne Makler
Laufende Kosten während der Vermarktungoft 400–600 € je Monatunvermeidlich – Dauer ist der Hebel
Vorfälligkeitsentschädigung0 € bis fünfstellignur bei vorzeitiger Kreditablösung
Spekulationssteuer0 € oder persönlicher Steuersatz auf den Gewinnnur binnen 10-Jahres-Frist
Wertgutachten / Home Staging / eigene Vermarktung0 € bis vierstelligoptional

Die Pflichtkosten im Detail

Energieausweis: Ohne ihn dürfen Sie nicht einmal inserieren – Details, Ausweisarten und Bußgeldrisiko im Beitrag Haus verkaufen ohne Energieausweis? Liegt vom Kauf noch ein gültiger Ausweis vor (zehn Jahre Gültigkeit), sparen Sie den Posten komplett.

Unterlagen: Aktueller Grundbuchauszug (ca. 10–20 €), Flurkarte, bei Wohnungen Teilungserklärung und WEG-Protokolle – was fehlt, lässt sich für kleines Geld bei Ämtern und Verwaltung nachbestellen. Die komplette Liste führt unsere Unterlagen-Checkliste für Verkäufer.

Löschung der Grundschuld: Der Käufer will in der Regel ein lastenfreies Grundbuch. Die Löschungsbewilligung der Bank ist kostenlos, Notar und Grundbuchamt berechnen für die Löschung zusammen grob 0,2 % der Grundschuldsumme – bei 200.000 € also rund 400 €. Übernimmt der Käufer die Grundschuld ausnahmsweise (bei Finanzierung über dieselbe Bank denkbar), entfällt der Posten.

Die zwei großen variablen Posten

Maklerprovision: Seit 2020 gilt bei Verkauf an private Käufer die Provisionsteilung – wer den Makler beauftragt, zahlt mindestens die Hälfte. In NRW sind je 3,57 % inkl. MwSt. für beide Seiten üblich. Dafür übernimmt der Makler Bewertung, Vermarktung, Besichtigungen, Käuferprüfung und Verhandlung – was sich in der Regel im erzielten Preis niederschlägt. Was Käufer insgesamt an Nebenkosten tragen, zeigt unser Kaufnebenkosten-Ratgeber.

Vorfälligkeitsentschädigung: Läuft auf dem Haus noch ein Darlehen mit Zinsbindung, verlangt die Bank für die vorzeitige Ablösung einen Ausgleich – je nach Restschuld, Restlaufzeit und Zinsdifferenz können das mehrere tausend bis zehntausende Euro sein. Es gibt aber legale Auswege: Mitnahme des Darlehens auf die nächste Immobilie, Übernahme durch den Käufer oder das Timing über § 489 BGB. Alle Wege im Detail: Vorfälligkeitsentschädigung berechnen und vermeiden.

Die versteckten Kosten: Zeit, Inserate und Vermarktungsdauer

Drei Posten tauchen in keiner Gebührenrechnung auf – und entscheiden trotzdem mit, was am Ende übrig bleibt:

Ihre Zeit (beim Privatverkauf): Ein Hausverkauf ist über Wochen ein Nebenjob. Realistisch zusammenkommen: Telefonate und Nachrichten mit Interessenten (darunter viele Neugierige und Unqualifizierte), die Interessentenprüfung (Wer kann wirklich finanzieren? Wer besichtigt nur zum Zeitvertreib?), Besichtigungstermine – meist abends und am Wochenende, oft mit Absagen in letzter Minute –, das Beantworten immer gleicher Nachfragen sowie das Nachreichen von Unterlagen an Interessenten und deren Banken. Je nach Objekt und Nachfrage sind das schnell 50 bis 100 Stunden. Wer den eigenen Stundensatz ehrlich ansetzt, rechnet diesen Posten in jede „Makler sparen"-Kalkulation ein.

Inseratskosten auf den Portalen: Privatverkäufer zahlen für Anzeigen auf den großen Immobilienportalen – je nach Portal, Anzeigenpaket und Laufzeit typischerweise 100 bis 500 Euro, bei mehrmonatiger Vermarktung auch mehr. Sichtbarkeits-Extras (Hervorhebung, Top-Platzierung) kosten zusätzlich. Beim Verkauf über einen Makler übernimmt dieser die Inserate auf allen relevanten Kanälen.

Die Vermarktungsdauer selbst: Solange das Haus nicht übergeben ist, laufen Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Energiekosten und gegebenenfalls die Kreditrate weiter – bei einem typischen Einfamilienhaus schnell 400 bis 600 Euro pro Monat, bei leerstehenden Objekten mit laufender Finanzierung deutlich mehr. Drei Monate längere Vermarktung kosten damit vierstellig. Der häufigste Grund für lange Vermarktung ist ein überhöhter Angebotspreis – er kostet doppelt: erst Haltekosten, dann den Verhandlungsabschlag, wenn das Objekt „verbrannt" wirkt. Ein realistischer Startpreis auf Basis einer sauberen Marktwertermittlung ist deshalb die wirksamste Kostenbremse des ganzen Verkaufs.

Der Steuer-Check vor dem Inserat

Liegen zwischen Ihrem Kauf und dem geplanten Verkauf weniger als zehn Jahre und haben Sie nicht selbst durchgehend darin gewohnt, kann Spekulationssteuer anfallen – mit Ihrem persönlichen Steuersatz auf den Gewinn. Dieser Punkt gehört an den Anfang jeder Verkaufsplanung, weil sich mit Timing oft viel retten lässt.

Rechenbeispiel: Haus für 320.000 € in Hagen

Verkauf mit Makler, Restschuld 120.000 € zum Zinsbindungsende abgelöst (keine Vorfälligkeitsentschädigung), Verbrauchsausweis nötig:

PostenBetrag
Energieausweis80 €
Unterlagen50 €
Grundschuld-Löschung (Grundschuld 180.000 €)ca. 360 €
Maklerprovision Verkäuferanteil (3,57 %)11.424 €
Kosten gesamtca. 11.900 €

Ohne Makler blieben an Gebühren rund 500 € plus Portal-Inserate (100–500 €+) – dafür trügen Sie Bewertung, Vermarktung, Interessentenprüfung, Besichtigungen, Rechtssicherheit und Verhandlung selbst, mit dem oben beschriebenen Zeitaufwand. Ob sich das rechnet, hängt vor allem davon ab, welchen Preis Sie ohne professionelle Vermarktung erzielen: Eine kostenlose Marktwertermittlung schafft die Ausgangsbasis für beide Wege.

Häufige Fragen

Wer zahlt Notar und Grundbuch beim Hausverkauf?

Die Kosten für Kaufvertrag und Eigentumsumschreibung trägt üblicherweise der Käufer. Der Verkäufer zahlt nur die Löschung seiner Grundschuld – und behält dafür die Pflicht, ein lastenfreies Grundbuch zu liefern.

Was kostet der Verkauf ohne Makler?

An Gebühren nur wenige hundert Euro (Energieausweis, Unterlagen, Grundschuld-Löschung) – dazu kommen aber Portal-Inserate (100–500 €+) und vor allem Ihr Zeitaufwand von oft 50 bis 100 Stunden für Telefonate, Interessentenprüfung und Besichtigungen. Die eigentliche Frage bleibt der erzielbare Preis: Bewertungsfehler und Verhandlungsnachlässe kosten schnell mehr als jede Provision.

Fällt beim Hausverkauf immer Vorfälligkeitsentschädigung an?

Nein – nur wenn Sie ein laufendes Darlehen vor dem Ende der Zinsbindung ablösen. Zum Zinsbindungsende, nach der 10-Jahres-Frist des § 489 BGB oder bei Mitnahme des Darlehens auf ein neues Objekt entfällt sie.

Kann ich die Verkaufskosten von der Steuer absetzen?

Bei einem steuerpflichtigen Verkauf innerhalb der Spekulationsfrist mindern die Verkaufskosten den zu versteuernden Gewinn. Beim steuerfreien Privatverkauf gibt es dagegen nichts abzusetzen. Details klärt der Steuerberater.

Welche Kosten laufen weiter, bis das Haus verkauft ist?

Grundsteuer, Versicherungen, Energie und ggf. die Kreditrate laufen bis zur Übergabe weiter – bei längerer Vermarktungsdauer ein echter Posten. Auch deshalb lohnt ein realistischer Angebotspreis von Anfang an.

Fazit: Kleine Pflichtkosten, drei große Hebel

Die Pflichtkosten des Hausverkaufs sind klein; entscheidend sind Provision, Vermarktungsdauer und – bei laufender Finanzierung – die Vorfälligkeitsentschädigung. Alle drei lassen sich gestalten: die Provision über den Mehrwert der Vermarktung, die Dauer über den realistischen Startpreis, die Entschädigung über das Timing. Wir rechnen Ihnen beides vor dem Start transparent vor: So läuft der Verkauf mit uns.